Über uns

Die Kolonie Jungfernheide wurde 1904 gegründet und gehört zu der Region Charlottenburg Nord. Zu unserer Kolonie gehören heute 231 Parzellen.

Im April 1904 wurde die Kolonie unter dem damaligen Protektorat des Vaterländischen Frauenvereins, Abt. Rotes Kreuz auf dem Dienstacker der früheren Försterei Jungfernheide gegründet und in Kleingartenparzellen aufgeteilt.

Die Parzellierung wurde nur durch geschlagene Pfähle markiert und die Größe der Parzelle war schon damals auf 300 m² festgelegt. Die Schirmherrschaft für die Kolonie übernahm Frau Konsul Fränkel, als Feldobmann wurde Herr Dr. Alexander eingesetzt.
Weitere Mitarbeiter waren als Schriftführer Herr Prof. Dr. Gumlich und Frau von Rheinbaben sowie Herr Bielefeld.
Nach diesen Namen sind noch heute  Koloniewege und Plätze benannt.
Als Jahrespacht war damals 1 Taler festgelegt worden und die Parzellen wurden nur an kinderreiche Familien vergeben.
Die Kolonie war von Anfang an in Bezirke eingeteilt. Jedem Bezirk standen eine sogenannte Vorstandsdame vor, diese hatte nicht mehr als 15 bis 18 Parzellen zu betreuen.

Ab 1908 unterlag die Kolonie der persönlichen Betreuung von Kaiserin Auguste Viktoria.
An Sommer- und Kinderfesten bekam jedes Mitglied von der königlichen Hofbäckerei einen bunten Teller.
Anläßlich dieser Sommerfeste wurden Fahnen und Schankbuden grundsätzlich von der Feuerwehr Alt Lietzow gestellt.
Ihr unterlag auch der Aufbau und die Platzordnung.
Ansprachen, ganz gleich aus welchem Anlaß, wurden grundsätzlich auf dem Vereinsplatz, dem sogenannten Paadelplatz, gehalten. Dieser Vereinsplatz stand für den weiteren Ablauf nur den Frauen zur Verfügung, die getrennt mit den Damen des Hofes feierten.
Den Männern war während dieser Zeit der Zutritt verboten.

Als der erste Weltkrieg beendet war, hatte die Kolonie 25 gefallene Mitglieder zu beklagen.
Unmittelbar nach Kriegsende wurde der Sportverein „Jungfernheide“ der Schreberjugend gegründet.

Als 1929 der Gartenfreund Friedrich zum Kolonievorsitzenden gewählt wurde, entstand unter seiner Leitung das Vereinshaus, das aus dem Jugendheim, einer Küche und dem Büro bestand.
Nach dem Vorsitzenden Kirchstein folgte dann 1935 Gartenfreund Hans Scheiding als neuer Vorsitzender mit seinen Mitarbeitern Willi Lockenvitz und Willi Geelhaar.
Als der zweite Weltkrieg 1945 zu Ende ging, kehrten 30 Mitglieder nicht mehr zu ihren Familien zurück.
Für die Gefallenen beider Kriege steht mahnend und zur Erinnnerung das Ehrenmal auf dem Festplatz.

1945 wurde dann ein neuer Vorstand gewählt. Dieser bestand aus dem 1. Vorsitzenden Feldmann, dem Kassierer Bäumler, dem Schriftführer Freitag und den Vertauensmännern Dozer, Lehmann, Maaß, Freitag, Sett, Brüggemann und Menzel.
Nun erfolgte der Neubeginn. Zerstörte Lauben wurden neu errichtet. Die in der Stadt ausgebombten Mitglieder der Kolonie vergrößerten ihre Lauben und wurden „Dauerbewohner“.
Die notwendigen Baumaterialien wurden unter großen Schwierigkeiten und zum Teil von weither beschafft.
Vieles mußte improvisiert werden.
Die Gärten wurden beackert und mit Gemüse, Kartoffeln und Obst bepflanzt, um den kargen Speisezettel zu bereichern.
Es kamen zu dieser Zeit noch 27 Parzellen, die sogenannten „0“ Parzellen, am damaligen Königsdamm, dem heutigen Heckerdamm, hinzu.
1947 wurde der Gartenfreund Abel zum 1. Vorsitzenden gewählt und 1951 vom Gartenfreund Bernhard Verburg abgelöst. Dieser leitete dann 17 Jahre die Kolonie.

In diesen Jahren wurde das Kleingartenwesen neu gestaltet und begünstigt durch die aufstrebende Wirtschaft wurden auch die Gärten und Lauben in ein kleines Freizeitparadies verwandelt.
Neben den vielen Erfreulichen kamen jetzt aber auch erste Sorgen um unsere Gärten. Die dynamisch aufstrebende Wirtschaft hatte auch städtebauliche Veränderungen zur Folge.
1954 wurde der Tegeler Weg, der spätere Kurt-Schumacher-Damm, gebaut und es mußten erstmals Parzellen geopfert werden.
1961 wurde das katholische Gemeindezentrum „Regina Martyrum“ errichtet, Wieder wurde Kleingartenland dazu benötigt.
1966 wurde dann das evangelische Gemeindezentrum mit einer Kindertagesstätte und einem Seniorenwohnhaus errichtet.
1969 hat man dann die Schnellstraße Kurt-Schumacher-Damm mit der Auffahrt zum Flughafen Tegel gebaut.
Bis zu dieser Zeit hatten wir von den ehemals 321 Parzelle bereits 91 Parzellen räumen müssen.
Doch die Aufbau und Sanierungsarbeiten in unserem Verein gingen weiter.
1968 wurde die zu schwache elektrische Oberleitung durch eine neue, leistungsfähige, den gestiegenen Anforderungen entsprechende Freileitung ersetzt.

Wegen der Baumaßnahmen für die neue U-Bahn-Trasse nach Spandau und der Unterführung im Bereich des Heckerdammes, wurde der Grundwasserspiegel so tief abgesenkt, dass 1972 kurzfristig eine Stadtwasserleitung in der Kolonie gebaut werden musste.

Unter der Leitung unseres langjährigen 1. Vorsitzenden Willi Schwandt, von 1974 bis …
1. Vorsitzender und 1969 bis 1972 bereits 2. Vorsitzender, begann 1975 die Sanierung des alten Vereinshauses, neue Außenzäune wurden gesetzt und die Koloniewege wurden befestigt.
Aufgrund der lamgsam notwendig werden Reperaturen der Oberleitung und eizelner Masten, wurde im Jahr 1992 beschlossen, eine Erdverkabelung in Angriff zu nehmen.